Die Selbstwahrnehmung erster Anzeichen kann einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung der Alzheimer Demenz leisten

Frühe Anzeichen einer Demenz richtig deuten

Im Alter verändert sich nicht nur unser Körper, sondern auch das Gehirn: ca. 10 Prozent der Nervenzellen sterben im Lauf des Lebens ab. Das ist normal und das Gehirn kann diesen Verlust gut kompensieren. Die Veränderungen im Gehirn führen jedoch dazu, dass mit dem Älterwerden die sogenannte „Fluide Intelligenz“ abnimmt (d.h. die Fähigkeit schnell zu denken und zu lernen, sich Dinge zu merken und zu verstehen), aber dafür die „Kristalline Intelligenz“ zunimmt (Erfahrungen und alles Wissen was wir je erlernt haben, Fähigkeit komplexe Aufgaben zu lösen, Querverbindungen ziehen). Hören wir im Alter nicht auf, unser Gehirn zu trainieren, kann dies die Fluide Intelligenz fördern und sogar zur Vorbeugung gegen Alzheimer Demenz beitragen.

Diese Gehirnveränderungen führen aber auch dazu, dass man in der zweiten Lebenshälfte für mentale Aussetzer anfälliger wird, da das Arbeitsgedächtnis nachlässt: Kennen Sie das auch? Ein bestimmter Name fällt einem partout nicht ein oder man betritt einen Raum und weiß auf einmal nicht mehr, was man darin tun wollte. Solange sich diese Situationen nicht häufen, ist aber alles noch im „grünen Bereich“ und man muss sich keine Sorgen machen, dass es sich schon um die ersten Anzeichen einer Demenz handeln könnte.

Anders ist das, wenn eine Demenzerkrankung vorliegt. Das Absterben von Nervenzellen ist bei einer Demenz so stark, dass es zu Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit kommt. In der sehr frühen Phase der Alzheimer-Krankheit ist vor allem das episodische Gedächtnis (unsere persönlichen Erinnerungen an einzelne Ereignisse und Erlebnisse mit einem klaren räumlichen und zeitlichen Bezug) betroffen und es kann zu kurzen Momenten der räumlichen, zeitlichen oder situativen Desorientiertheit kommen, wo eigentlich selbstverständliches Wissen nicht abrufbar ist.

Fallen Ihnen in der Selbstwahrnehmung solche Situationen häufiger auf (s. „Selbstwahrnehmung zur Früherkennung der Alzheimer Demenz), sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen oder eine Gedächtnissprechstunde aufsuchen, um abzuklären, ob es sich um erste Anzeichen einer Alzheimer Demenz handeln könnte.

Auch wenn der Gedanke an eine mögliche Alzheimer-Diagnose Angst macht:

Eine Früherkennung der Alzheimer Demenz ist wichtig, denn je früher die medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlung erfolgt, desto erfolgreicher lässt sich der Krankheitsverlauf verzögern.

Das Institut für Studien zur Psychischen Gesundheit (ISPG) führt zur Zeit in Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz ein Projekt zur Demenzvorsorge und Früherkennung durch.

Übrigens: Die Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. ermöglicht gesetzlich Versicherten aus der Region (ab 50 J.) die kostenfreie Teilnahme an dem Früherkennungs- und Gedächtnisvorsorgeprogramm KogifitPlus am ISPG Mannheim.


Selbstwahrnehmung erster Anzeichen zur Früherkennung der Alzheimer Demenz

Kommt es häufiger zu folgenden Situationen, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen:

– Sie erkennen Plätze nicht wieder, an denen Sie früher waren oder Sie haben an einem fremden Ort deutliche Schwierigkeiten, sich zurecht zu finden

– Kürzlich vereinbarte Termine oder Verabredungen werden vergessen

– Sie verlieren beim Lesen einer Geschichte in einer Zeitung oder in einem Buch den roten Faden oder Sie haben nach kurzer Unterbrechung Schwierigkeiten, sich wieder in den Inhalt hineinzufinden

– Sie vergessen wichtige Dinge, die Sie gestern getan haben oder die sich gestern ereigneten

 

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