Diese Seite verwendet Cookies.

Unsere Webseite verwendet Cookies für eine bestmögliche Bereitstellung unserer Informationen und Dienste. Mit der Nutzung der Webseite und den darin enthaltenen Diensten erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies - wie beschrieben - verwenden.
OK

Autor: Professor Dr. Georg Adler, Mannheim

Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz e.V., Ludwigshafen

Demenz ist ein Krankheitsbild, das sich durch charakteristische Symptome auszeichnet, und durch verschiedene zugrunde liegende Krankheiten verursacht werden kann. Bei der Demenz bestehen Gedächtnisstörungen, insbesondere Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, und Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit, z.B. Störungen der Orientierung in Zeit und Raum, der Wortfindung oder der Fähigkeit, Handlungen zu planen. Die Gedächtnisstörungen und die Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit haben ein solches Ausmaß, dass das selbständige Zurechtkommen im Alltag erschwert ist. Bei der leichten Demenz ist eine selbständige Lebensführung zumeist noch möglich, beim Fortschreiten zur mittelschweren oder schweren Demenz wird die betreffende Person in zunehmendem Ausmaß von äußerer Hilfe abhängig. In Deutschland sind derzeit über eine Million über 60-jährige Personen an einer mittelschweren bis schweren Demenz erkrankt.

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache der Demenz; die zweithäufigste Ursache sind Durchblutungsstörungen des Gehirns. Die Alzheimer-Krankheit entsteht durch das Zusammenwirken von genetischen Faktoren und schützenden sowie krankheitsfördernden Umweltfaktoren. Es kommt zu einem chronisch fortschreitenden Entzündungs- und Abbauprozess, der sich über Jahrzehnte hinzieht. Viele Jahre vor dem Auftreten von Gedächtnisstörungen beginnen die Krankheitsprozesse auf neurobiologischer Ebene mit einer vermehrten Produktion oder einem verminderten Abbau und Abtransport des Eiweißmoleküls Beta-Amyloid. Die erhöhte Beta-Amyloid-Konzentration im Nervengewebe löst in den Nervenzellen krankhafte Prozesse aus, in deren Folge das Eiweißmolekül Tau-Protein, dessen Aufgabe die Aufrechterhaltung des Eiweißgerüstes der Nervenzelle (Neurotubuli) ist, diese Funktion verliert. Bei der mikroskopischen Untersuchung des Nervengewebes von Alzheimer-Patienten finden sich Eiweißniederschläge in Form von Plaques und Fibrillen, die überwiegend aus Beta-Amyloid bzw. Tau-Protein bestehen.

 

Der erste Schritt der Diagnostik ist die Feststellung des Demenz-Syndroms durch eine Erhebung der Vorgeschichte und eine Untersuchung der geistigen Leistungsfähigkeit. Dann müssen mögliche Ursachen des Demenz-Syndroms in Form von anderen körperlichen Erkrankungen oder anderen Gehirnerkrankungen ausgeschlossen werden.

Eine bildgebende Untersuchung des Gehirns (MRT oder CT) gehört zur grundlegenden Diagnostik bei der Abklärung einer solchen Verminderung der geistigen Leistungsfähigkeit. Auf diese Weise können Gehirnerkrankungen wie Normaldruck-Hydrozephalus, Meningeom oder chronisches subdurales Hämatom festgestellt oder ausgeschlossen werden. Bei einem Teil der Alzheimer-Patienten können bei der bildgebenden Untersuchung des Gehirns auch die für diese Erkrankung charakteristischen Veränderungen beobachtet werden, insbesondere eine Verminderung des Gehirnvolumens in der mittleren Region des Schläfenlappens.

Bei der Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) zeigt eine Veränderung des Beta-Amyloids das Vorhandensein von Plaques an, das Gesamt-Tau bildet das allgemeine Ausmaß der neurodegenerativen Prozesse ab und das Phospho-Tau die Bildung der Fibrillen. Bei Personen mit leichten Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit lässt sich auf diese Weise gegebenenfalls das Bestehen einer Alzheimer-Krankheit mit hoher Sensitivität und Spezifität feststellen.

Die modernste bildgebende Methode zur Darstellung der krankhaften Prozesse bei der Alzheimer-Krankheit ist die Positronen-Emissions-Tomographie (PET), eine nuklearmedizinische bildgebende Untersuchung, durch die spezifisch das Beta-Amyloid im Gehirn dargestellt werden kann. Mittlerweile sind drei so genannte Beta-Amyloid-Liganden für die klinische Diagnostik zugelassen (Florbetapir, Florbetaben und Flutemetamol), die eine Darstellung des Beta-Amyloids im Gehirn erlauben.

 

Für die medikamentöse Behandlung der Alzheimer-Demenz sind derzeit nur symptomatisch wirksame Medikamente zugelassen. Sie können den Krankheitsverlauf verlangsamen und die geistige Leistungsfähigkeit vorübergehend verbessern, den Krankheitsprozess aber nicht anhalten oder heilen. Vier derartige Medikamente sind derzeit in Deutschland zugelassen, die Acetylcholinesterase-Hemmer Donepezil, Rivastigmin und Galantamin und der NMDA-Rezeptor-Antagonist Memantine.

Was eine darüber hinaus gehende, ursächliche medikamentöse Behandlung der Alzheimer-Krankheit betrifft, so verbinden sich die meisten Hoffnungen mit den Anti-Amyloid-Strategien, sei es der Entfernung von Beta-Amyloid aus dem Gehirn mit Hilfe monoklonaler Antikörper oder der Blockade der Produktion von Beta-Amyloid durch Beta-Sekretase-Hemmer. Diesen Therapieprinzipien ist gemeinsam, dass sie in einem möglichst frühen Stadium der Erkrankung eingesetzt werden sollten. Zum einen, damit die eine Kettenreaktion auslösende Wirkung von Beta-Amyloid möglichst frühzeitig unterbrochen wird, zum anderen, damit ein Krankheitsstadium stabilisiert wird, in dem noch keine stark ausgeprägten Schäden des Gehirns und der geistigen Leistungsfähigkeit entstanden sind.

 

Der lange symptomfreie Vorlauf der Alzheimer-Krankheit und das Bestehen bekannter Risikofaktoren lassen Vorbeugungsmaßnahmen wirksam erscheinen. Dafür werden verschiedenartige Interventionen, z.B. körperliche und geistige Aktivierung und die Behandlung von Gefäßrisikofaktoren über längere Zeiträume durchgeführt. In der finnischen FINGER-Studie haben sich diese Maßnahmen als wirksam zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit erwiesen. Für derartige gezielte Maßnahmen zur Demenzprävention ist die Erkennung von Personen, die sich in einem erhöhten Risiko für eine Alzheimer-Demenz befinden, hilfreich. Der Schlüssel dafür sind geeignete Methoden der Früherkennung.

Im Verlauf der Alzheimer-Krankheit kommt es zu einer allmählichen Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit. Es ist in frühen Krankheitsphasen und bei nur schwach ausgeprägten Defiziten häufig schwierig, eine derartige Verschlechterung eindeutig festzustellen. Gründe dafür sind zum einen individuelle Unterschiede im Ausgangsniveau der geistigen Leistungsfähigkeit, bedingt durch Unterschiede in Intelligenz und Bildung. Zum anderen kommt es auch bei Gesunden, jedoch verstärkt bei Personen in Frühstadien der Alzheimer-Krankheit, zu erheblichen Schwankungen in der „Tagesform“ und damit zu deutlichen Unterschieden der Leistungsfähigkeit zu verschiedenen Untersuchungszeitpunkten.

Aber auch bei leichten Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit, insbesondere wenn Gedächtnisstörungen bestehen („leichte kognitive Beeinträchtigung vom amnestischen Typ“), ist das Risiko für die Entwicklung einer Alzheimer-Demenz im weiteren Verlauf deutlich erhöht.

Zur Früherkennung und Vorbeugung von Demenzerkrankungen führt die Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit dem Institut für Studien zur Psychischen Gesundheit (ISPG) in Mannheim und mit Unterstützung der Karin-Nolte-Stiftung Germersheim das Präventionsprojekt Kogifit Plus® durch, das für Interessierte ab einem Alter von 50 Jahren geeignet ist:

http://www.ispg-mannheim.de/13-teaser/gedaechtnisvorsorge/12-gedaechtnisvorsorge

 

 

Die Unterstützung von Angehörigen und Pflegenden ist die zentrale Aufgabe der Alzheimer-Gesellschaft. Unsere Betreuung und Hilfestellung für Angehörige, Freunde und Pflegende geschieht vor allem im Rahmen der Arbeit der Selbsthilfegruppen, aber auch durch Informationsveranstaltungen und Beratungen.

Themen und Ziele sind dabei die Beseitigung von Isolation und Schamgefühlen, die Stützung und Selbststärkung sowie die Ermutigung, Hilfen in Anspruch zu nehmen, schließlich Informationen über medizinische Fragen, Medikamente, krankenpflegerische Fragen, Betreuungssituation (z.B. Betreuungsgesetz) und Versorgungsfragen (z.B. Pflegegeld). Auf diese Weise wollen wir Angehörigen und Pflegenden helfen, ihre körperlichen und seelischen Kräfte zu stabilisieren und zu erneuern.

 

Spenden & Helfen
 

Unsere Konten:

Deutsche Bank Ludwigshafen
IBAN: DE 58 5457 0024 0011 5014 00
BIC:   DEUTDEDB545

VR Bank Rhein-Necker eG
IBAN: DE15 6709 0000 0002 4210 38
BIC:   GENODE61MA2

 

Bitte geben Sie im Verwendungszweck Ihre komplette Anschrift an, damit wir Ihnen eine Spendenquittung zusenden können.


Beitrittserklärung zum
Downloaden

Durch Ihre Mitgliedschaft können Sie
die Arbeit der Alzheimer Gesellschaft dauerhaft unterstützen.
Bitte denken Sie darüber nach!

Aktuelles
 
Keine News verfügbar.
Anmeldung