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wie klar machen,dass er Hilfe braucht

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Themenstarter
(@merle)
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#93]

Wir müssen unserem Vater bei bringen, dass er Hilfe im Haushalt braucht. Er sieht nicht ein, dass er es alleine nicht mehr bewältigen kann.


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1 Antwort
Beiträge: 59
Admin
(@admin)
Beigetreten: Vor 6 Jahren

Liebe Angehörige,

Sie sprechen ein Thema an, das viele Angehörige von Menschen mit Demenz bewegt: Häufig lehnen die Erkrankten alle Hilfe ab, obwohl die Körperpflege vernachlässigt wird und die Wohnung zunehmend verwahrlost. Das kann unterschiedliche Ursachen haben, z.B. verändert die Demenzerkrankung die (Selbst-)Wahrnehmung, die Einsichtsfähigkeit, die Bedeutung von Gegenständen und vieles mehr. Die Erkrankten merken nicht, wie sich die Dinge verändern und fühlen sich bevormundet, beschämt (man hat doch immer alles allein gemacht, wieso soll man jetzt Hilfe nötig haben) und haben Angst vor Kontrollverlust. Grundsätzlich verlieren Menschen mit Demenz nicht ihr Recht auf Selbstbestimmung, d.h. solange sie sich nicht selbst oder andere gefährden, dürfen sie ihre Lebensweise frei wählen, selbst wenn dies in den Augen der Angehörigen als „unvernünftig“ oder unhygienisch gilt.

Das Beste ist, wenn sie Geduld haben, denn Veränderungen brauchen viel Zeit, bis sie akzeptiert werden und gelingen besser, wenn sie in kleinen Schritten erfolgen. Vermeiden Sie Diskussionen oder Vorwürfe und beginnen Sie mit kleinen Unterstützungsleistungen, wie z.B. ein gemeinsamer Einkauf. Geben Sie Ihrem Vater die Wahlmöglichkeit, um ihm das Gefühl der Kontrolle zu geben „Du wolltest duschen, möchtest du das jetzt machen oder nach dem Essen?“.

Häufig ist es auch einfacher, wenn die Vorschläge „von außen“ kommen. Sie könnten beim zuständigen Seniorenbüro erfragen, ob es z.B. eine Gemeindeschwester gibt, die ihren Vater einmal besuchen könnte, um entsprechende Gespräche anzustoßen. Oder falls bereits ein Pflegegrad vorliegt, könnte ein ambulanter Pflegedienst oder eine Alltagsbegleiter eingeschaltet werden. Falls noch kein Pflegegrad vorliegt, helfen Beratungsstellen wie z.B. Pflegestützpunkte. Beratungsstellen in der Nähe Ihres Vaters, die unabhängig und kostenfrei beraten, finden Sie bundesweit über folgenden Link:

https://www.zqp.de/beratung-pflege/#/home

Viele Grüße

Claudia Krack


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