Hallo! Meine Mutter ist jetzt 83 Jahre alt und im Frühstadium einer Demenz. Zur Zeit lebt sie in einer Wohnung zirka 3 Kilometer entfernt von uns mit meinem Vater. Mein Vater pflegt sie, er wird jedoch auch zunehmend gebrechlicher und wir (mein Mann und ich) haben meiner Mutter und meinem Vater einmal den Vorschlag gemacht, wie es wäre, wenn sie weiter in die Nähe von uns ziehen würden, im gleichen Block zum Beispiel, das ließe sich ermöglichen und wir würden auch dafür sorgen, dass sie davon keine Umstände haben, wir würden alles machen, sie bräuchten quasi nur ins Auto steigen und sich in die neue Wohnung fahren lassen. Dann könnten wir öfter mal rübergucken und leichter helfen. Meine Mutter jedoch, sie war schon immer sehr stur, sagt, das würde sie nicht machen, sie habe von all den Umzügen die Nase voll, wobei der letzte 20 Jahre zurückliegt, und sie würde lieber in Ihrer Wohnung sterben als noch einmal umziehen. Mein Vater hat dazu nichts gesagt, doch an seinem Gesicht haben wir gesehen, dass ihm die Idee gut gefiel, wie gesagt, meine Mutter war schon immer sehr stur und hat letzten Endes fast immer ihren Kopf durchgesetzt. Gibt es Möglichkeiten, sie dazu zu bewegen, vielleicht doch einen Umzug zu erwägen?
Ja, sie hatte in ihrem Leben (vor 40 Jahren) schon mal eine Depression, die sehr schwer war, dagegen hat sie Tabletten genommen. Und diese, nachdem es besser wurde, abgesetzt. Aber nie eine Therapie gemacht. Sie hatte auch Phasen als Alkoholikerin, bis mein Vater ihr gesagt hat, dass er sich von ihr trennen würde. wenn sie nicht aufhört. Das hat sie dann gemacht. Um die gleiche Zeit fing das Sammeln von Teddys an , sodass sie in ihrer kleinen Wohnung circa von 500 Teddys umgeben sind.
Alleine sie dazu zu bewegen, zum Arzt zu gehen, ist schon sehr schwierig. Es wäre ja auch schon schön, wenn sie zumindest in die Tagespflege gehen würde. Aber da meint sie auch, dass es viel zu viel für sie sei, das schaffe sie nicht mehr. Und selbst zweimal die Woche Physiotherapie, wo sie nur hundert Meter weit zur Physiotherapiepraxis gehen muss, gedenkt sie jetzt abzubrechen. Mit der gleichen Argumentation, es sei zu viel, sie schaffe den Gang nicht mehr (dabei genießt sie es, wenn sie erstmal da ist, da sie sich gerne unterhält). Es nütze ja auch nichts, wenn sie dann umfiele. Meine Mutter hatte schon immer so Totschlagargumente, mit denen sie uns quasi vor vollendete Tatsachen gestellt hat und ihre Nerven und jetzt ihren Gesundheitszustand ins Feld geführt hat bzw. führt, wenn man diskutieren wollte. Wie kann man dies jetzt im Alter eventuell ein wenig aufweichen?
